Die Auswirkungen von Hurricane Katrina

Die Auswirkungen von Hurricane Katrina

Und wieder kündigt sich ein sehr schöner Fahrradtag an. Auch heute ist wunderbares Wetter mit sehr angenehmen Temperaturen. Der Wind bläst zwar wieder ordentlich aus Süd, aber ich bin die meiste Zeit des Tages in östlicher oder sogar nordöstlicher Richtung unterwegs. Erst auf den letzten 20 Kilometer wird es anstrengend, denn dann geht es gen Süden. Irgendwie fallen bei dem Sonnenschein noch viel mehr Glasscherben als sonst auf den Seitenstreifen auf. Ich bin doch ganz froh über den Pannenschutz meiner Reifen, hatte ich bis jetzt doch noch keinen Plattfuß zu beklagen.

Kurz nach Morgan City war aber erstmal kein durchkommen mehr, die Brücke über den Avoca Island Cutoff auf der 182 war gesperrt. Umleitung nur über den Highway 90 und dann gleich wieder eine Brücke hoch. Zu Hause hatte ich ja noch darüber geschmunzelt, dass die höchsten Erhebungen hier die Brücken über die Flüsse wären. Da wusste ich allerdings noch nicht, dass jede dieser Brücken unheimlich hoch ist und dass die Auffahrten viel steiler sind als daheim. Nun denn, also kräftig in die Pedale getreten und die Brücke trotz vorbeidonnernden LKW und Trucks auch gemeistert.

Eigentlich war die Umleitung ein Glücksfall für mich, denn während ich nach der Brücke gleich wieder abgefahren und auf die alte 182 zurückgewechselt habe, blieben die meisten Autofahrer wohl auf der 90. Und so hatte ich dann für einige Kilometer die Straße fast für mich allein. Links und rechts der Straße ist völlige Sumpflandschaft, ständig flatterten aufgeschreckte Vögel hoch. Aber meinen ersten Alligator habe ich leider noch nicht gesehen. Einmal war ich auf Grund der Größe des Platschers der Hoffnung, das müsse ein Krokodil gewesen sein, aber im Nachhinein betrachtet war es wohl doch eher eine Wasserschildkröte, die gibt es hier in rauen Mengen.

Ja, und nachdem ich mich gestern ja darüber beschwert habe, dass es keine Radfahrer gibt, traute ich meinen Augen kaum, als plötzlich ein Reiseradler entgegen kam. Er stellte sich als Jeff vor und war auf dem Weg in Richtung Houston. Nach kurzem Austausch nach dem woher und wohin fuhren wir dann jeder seines Weges. Aber nicht genug, gut 10 Kilometer weiter kamen mir noch zwei Radsportler entgegen. Die hatten allerdings kein Interesse an einem Pläuschchen sondern zogen nach einem kurzen Gruß, Kopf zwischen die Schulterblätter, an mir vorbei.

Wie schon gesagt, lief es die meiste Zeit des Tages recht gut und flott, die letzten 20 Kilometer jedoch zogen sich dann mühsam dahin, da ich mit kräftigem Gegenwind zu kämpfen hatte. So war ich recht froh, als ich in meinem Quartier in Raceland ankam. So langsam vermisse ich vernünftiges Essen, denn seit drei Tagen gibt es in Fußweite leider nur Fast Food Restaurants. Ich mag das zwar eigentlich ganz gerne, zu Hause muss ich mich zwingen, nicht zu oft davon zu essen, aber nach einem kompletten Tag auf dem Fahrrad gibt das leider keine nachhaltige Energie. Mal sehen, morgen komme ich nach New Orleans, da wird es hoffentlich wieder ein ordentliches Restaurant geben.

Gefahrene Wegstrecke: 77,04 km

–> New Iberia – Morgan City                               –> Raceland – New Orleans

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