Die Nachez - der Mississippi-Dampfer von New Orleans

Die Nachez – der Mississippi-Dampfer von New Orleans

Da war ich also nun in Metairie, nicht in New Orleans, sondern einem Vorort in Richtung Flughafen gelegen. Aber wie komme ich nun in die Stadt? Google Maps gibt mir eine Empfehlung, wie ich mit Bussen in die Stadt kommen soll. Wie wenige Reisende in den USA ohne Auto unterwegs sind habe ich mal wieder gemerkt, als ich die Dame an der Rezeption gefragt habe. Der fiel erstmal nur Taxi ein, aber ich bin doch Schwabe, viel zu geizig dafür extra zig Dollar hinzublättern. Da deren Google Maps Versuche nicht viel erfolgreicher waren als meine, bin ich auf gut Glück los an die Bushaltestelle, die ich gestern schon auf dem Weg zu einem hervorragenden, aber teuren italienischen Restaurant gesehen hatte. Nun ging das Abenteuer los, denn es kam erstmal kein Bus. Nachdem es 15 Minuten über der Zeit war, erneut Google Maps gefragt. Nun wurde mir eine andere Verbindung auf der gegenüberliegenden Straßenseite angezeigt. Also bin ich rüber und habe dort gewartet. Deutlich nach der angegebenen Zeit kam dann tatsächlich ein Bus. Dort rein und nur eine Haltestelle weiter wieder ausgestiegen. Dieser kurze Hopp war notwendig, um über die Interstate 10 zu kommen. Inzwischen weiß ich aber auch, wie ich diese Strecke zu Fuß meistern kann. Nicht wirklich attraktiv und ich muss sehr auf Straße und Verkehr aufpassen, aber wesentlich schneller als auf irgendwelche Busse zu warten. Nach vergleichsweise kurzer Wartezeit kam dann der Bus der Linie E-1, der mich tatsächlich an den Busbahnhof Canal-Street/Canal-Boulevard brachte. Von dort aus bin ich, blauäugig ob der Distanz bis zum Zentrum, erstmal zu Fuß los, um dann später doch noch die Tram für den restlichen Weg zu nehmen. Alles in allem viel günstiger als Taxi, denn das Tages-Ticket für den ganzen Nahverkehr gibt es für 6 $. Aber es brauchte halt seine Zeit, bis ich wusste, wie das läuft. Am zweiten Tag ging es dann schon richtig flott.

New Orleans – ich will dazu eigentlich gar nicht viel schreiben. Das muss jeder für sich  erleben, da muss man eintauchen. Ist die Stadt schön? Eigentlich nicht. Auf den großen Straßen herrscht sehr viel Verkehr. In den Gassen dagegen atmet man einen eher undefinierbaren Geruch ein (um nicht zu sagen, es stinkt). Es ist eher das Flair, das Feeling das mich befallen hat, als ich plötzlich entlang der Basin Street gelaufen bin und, als Saxophonist, an den Basin Street Blues denken musste. Oder ich an einer Stelle, die eigentlich so ganz weit vom Geschehen entfernt ist, plötzlich an der Gedenkstatue von Louis Armstrong stehe.

Ich habe mich in den Gassen des French Quarter einfach treiben lassen, so ganz ohne Reiseführer und must see. Und es war toll. Anfangs waren nur Leute auf den Straßen unterwegs, denn es war noch früh am Tag. Ich vermute, hier regieren eher die Nachtschwärmer. Aber je höher die Sonne stieg, aus umso mehr Kneipen, Gassen, Plätzen und Winkeln ertönte Musik. Brutal laut mit wummernden Bässen aus den Kneipen. Aber viel mehr live und unverfälscht von professionellen und semi-professionellen Künstlern auf der Straße. Und plötzlich, ich stehe so und lausche einer Darbietung, fährt im Hintergrund, echt zum Greifen nahe, ein Containerschiff vorbei. Der Mississippi ist an dieser Stelle nur knappe 100 Meter weiter. Ich fand es schön, ich habe die Tage hier genossen. Nur schade, dass mein Hotel so weit außerhalb liegt und ich deshalb das Nachtleben im French Quarter nicht erleben kann. Wie schon mehrfach erwähnt, diese enormen Dimensionen in den USA habe ich unterschätzt und es wird noch eine Weile dauern, bis ich mich daran gewöhnt habe und sie richtig in meine Planungen mit einbeziehen kann.

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