Radreisen bei schönstem Wetter

Radreisen bei schönstem Wetter

Schon beim aufstehen zeigte sich der Himmel von seiner schönsten Seite. Zum ersten mal, seit ich in den USA bin, war es wolkenlos. Auch der Wind war heute endlich mal nicht ganz so stark wie die letzten Tage. Eigentlich hatte ich mich darauf eingestellt, die nächsten Tage nur als Transferroute nach New Orleans zu sehen, ohne etwas erzählenswertes. Denn es geht heute nur über die stark befahrenen Highways 182 und 90. Aber heute waren einige sehr schöne Ortsdurchfahrten dabei, natürlich auf der 182, denn die 90 ist praktisch eine Autobahn.

Am meisten gefreut hat mich, dass der Austausch der vorderen Bremsbeläge wohl endlich für Ruhe gesorgt hat. Von Anfang an hat die Vorderbremse leicht geschliffen, was sich durch ein hochfrequentes Quitschen bemerkbar gemacht hat. Da das teilweise über Stunden ging, war es sehr nervtötend. In Lafayette hatte ich die Bremsbeläge ausgebaut, aber da ich kein Schleifpapier dabei hatte, konnte ich nur mit dem Messer etwas über die Bläge schaben. In Verbindung mit dem Regen hat das die Sache aber nur verschlimmbessert. Nachdem ich gestern Abend neue Beläge aus meinem Ersatzteillager eingebaut habe, herrscht endlich Ruhe.

Dafür habe ich heute die erste Verbalattacke erleben dürfen. Als es an einer Brücke mal wieder ziemlich steil bergauf ging und die nachfolgenden Fahrzeuge, in Ermangelung eines Seitenstreifens und durch Gegenverkehr, etwas aufgehalten wurden, hat mich dann beim überholen einer im vorbeifahren angebrüllt. Viel habe ich nicht verstanden, nur fucking, ass und get off waren dabei. Dauert wohl noch etwas, bis sich Radfahren in den USA durchsetzt.

Überhaupt ist mir heute aufgefallen, dass ich außer mir noch keinen einzigen sportlichen oder reisenden Radfahrer gesehen habe. Ab und zu in den Ortschaften, aber das sind dann eher ganz arme Leute, die sich kein Auto leisten können. Die nehmen Fahrräder, die auch schon die besten Zeiten hinter sich haben, zum einkaufen, etc. Ebenso sehe, bzw. besser höre ich zwar ab und zu diese ewig langen Güterzüge, aber ich habe noch keinen einzigen Personenzug, und auch keinen Reisebus gesehen, egal ob Nah- oder Fernverkehr. Ganz so einsam hatte ich es mir nicht vorgestellt.

Egal, als ich im Red Roof Inn in Morgan City angekommen bin, staunte ich nicht schlecht. Der komplette Rezeptionsbereich war noch weihnachtlich geschmückt, inkl. Christbaum mit brennenden Kerzen. Das hab ich nicht ganz verstanden, denn selbst Mariä Lichtmess war ja schon am 02. Februar. Aber wenn’s gut tut, mir war’s egal.

Gefahrene Wegstrecke 87,16 km

<– Lafayette – New Iberia                      –> Morgan City – Raceland

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