Saint-Raphael am Abend

Saint-Raphael am Abend

Es war echt schön so im vierten Stock. Aus mir unerfindlichen Gründen hatte das Hotel nur noch einen weiteren Gast außer mir. Service und Preis/Leistung waren sonst super. Aber egal, ich habe jedenfalls gut geschlafen und bin frisch gestärkt gegen 09:30 Uhr wieder auf Tour gegangen. Heute standen keine Pässe auf dem Plan, es ging den ganzen Tag nur anstrengend nach oben oder mit fulminanten Abfahrten wieder nach unten. 

Gleich nachdem ich aus der Ortsmitte von Le Lavandou heraus war, ging es zu meiner Freude auf einem eigenen Radweg weiter. Der verlief zwar erst etwas oberhalb der Hauptstraße, war aber dafür eben verkehrsfrei. So ging es über viele kleine Orte dahin, mal oberhalb, mal unterhalb der Hauptstraße. Bitter wurde es in Rayol-Canadel-Sur-Mer, da war der Radweg nämlich von einem Meter auf den anderen gesperrt und unpassierbar. Dumm war nur, dass das gerade eine Stelle unterhalb der Hauptstraße war. Nun ging es erstmal höllisch steil hoch zu eben dieser Hauptstraße, der ich dann für die nächsten Kilometer folgen musste. Erst in Cavalaire-Sur-Mer traf ich wieder auf die ursprüngliche Strecke. 

Hier zweigte der Radweg am Ortsende scharf nach links ab und es ging einige Kilometer den Berg hinauf. Aber immer durch wunderschönes Gebiet. Belohnt wurde ich mit einer ebenso langen und flotten Abfahrt bis nach La Foux, wieder direkt am Meer. Nun bin ich zuerst nochmal nach rechts gefahren, denn ich wollte mir Saint-Tropez nicht entgehen lassen. Ich hätte zwar auch von Cavalaire-Sur-Mer weiter der Hauptstraße folgen können, aber bei dem vielen Verkehr hätte das nur wenig Spaß gemacht. Irgendwie entstand der Eindruck, die ganze Welt möchte nach Saint-Tropez, denn es fuhr auch von La Foux aus ein Auto am anderen. Zum Glück gab es auch hier bis zum Ortsanfang von Saint-Tropez einen Radweg begleitend zur Straße. Auf dem kam ich übrigens schneller voran, als die Autos nebenan auf der Straße.

Zu Saint-Tropez habe ich eine besondere Beziehung, denn vor vielen, vielen Jahren sind wir mal von Saint-Florent/Korsika nach Saint-Tropez gesegelt. Das wäre ja weiter nicht schlimm, aber es wir haben das über Nacht gemacht und wir hatten auf der gesamten Strecke einen höllischen Sturm mit Starkregen und fünf bis acht Meter hohen Wellen. Das Gefühl, als wir endlich das Leuchtfeuer von Saint-Tropez gesehen haben, werde ich nie vergessen.

Nun gut, bei den Massen an Autos und Menschen war mit Romantik nicht viel los. Ich bin dann bis zum Jachthafen gefahren und habe ein paar Bilder von den doch sehr bescheidenen Jachten dort gemacht :-). Dann ging es wieder zurück nach La Foux und weiter an der Küste entlang. Nächste Station war Sainte-Maxime. Da ich gut in der Zeit lag, gönnte ich mir mal wieder aus einem Supermarkt ein Eis – und diesmal mit einem Löffel aus Blech, der nicht kaputt ging. Weiter ging es dann der Küste entlang bis Saint-Aygulf. Ab hier war wieder ein eigener Radweg vorhanden, der mich über Fréjus nach Saint-Raphael brachte. 

Inzwischen weiß ich auch, warum mein Hotelzimmer hier in diesem mondänen und gut besuchten Ort nur 40,– € für die Übernachtung kostet. Bereiten wir den Mantel des Schweigens darüber … Morgen steht die Schlussetappe nach Nizza auf dem Programm. Das sind zwar nur 60 Kilometer, aber gleich am Anfang gibt es einen Anstieg über 400 Höhenmeter. Bin mal gespannt.

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