Der Hafen von Carry-le-Rouet

Der Hafen von Carry-le-Rouet

So schön ja das Restaurant beim Abendessen war, das Hotel war weniger empfehlenswert. Zum einen keinerlei Kleiderablage, gerade mal zwei Haken an der Zimmertür mit zwei Drahtkleiderbügeln, kein Regal oder ähnliches – dafür aber eine Küchenzeile!! Was für mich aber gar nicht mehr geht, sind Duschvorhänge. Dieses Gefühl, wenn die an einem kleben …..

Sei’s drum, ich bin ja nur eine Nacht geblieben und dafür ging es dann schon. Ich war ja in der Vorbereitung schon unsicher, ob ich die für heute geplante Strecke mit über 2.500 Höhenmeter auch schaffen kann. Nach den Erfahrungen von gestern war mir klar, dass ich mir das nicht geben werde. Also habe ich die Route umgeplant und bin nur bis nach Marseille und dort zum Bahnhof Blancarde gefahren. Somit hatte ich heute nur 36 Kilometer vor mir, aber trotzdem noch knapp 600 Höhenmeter.

Dass die Entscheidung nicht so verkehrt war, hat sich gleich nach dem Losfahren gezeigt. Direkt vom Stand weg ging es 12 Kilometer nur bergauf. Schien eine beliebte Radfahrerstrecke zu sein, denn ich wurde unzählige Male von Rennradlern überholt. Die meisten davon haben mich wenigstens freundlich gegrüßt :-). Es war fast etwas peinlich, als oben dann das Schild kam: Col Henri ALT 222 M. Gefühlt habe ich mich, als ob noch eine 1 vor den drei Zweiern wäre. Belohnt wurde ich jedenfalls mit einer tollen Abfahrt über acht Kilometer, bis in die Randbezirke von Marseille. 

Die nun folgenden 15 Kilometer durch Marseille hindurch bis zum Bahnhof waren erwartungsgemäß kein Spaß. Im besten Fall eng mit knapp überholenden Autos. Bis hin zu Stadtautobahnen, bei denen ich mir irgendwann nicht mehr sicher war, ob ich hier überhaupt fahren darf. Ich hatte das Gefühl, kreuz und quer durch Marseille zu fahren. Einmal ging es minutenlang nicht mehr weiter, weil sich alles staute. Grund war ein Markt, der kurzerhand bis mitten auf die Straße verlegt wurde uns so erstmal kein Durchkommen mehr war. Der Weg zum Bahnhof Blancarde war dann nochmal so steil, dass ich das Rad schieben musste. War mir aber soweit egal, denn ich hatte genügend Puffer heute. 

12:30 Uhr war ich dann auch am Bahnhof angekommen. Um 12:37 Uhr ging der nächste Zug, denn ich aber nicht mehr geschafft habe. Zum einen war es ein ziemlicher Kampf mit dem Ticketautomaten, den ich dann schlussendlich auch verloren habe. Dafür habe ich aber die App der französischen Regionalbahnen und über die konnte ich ein Handy-Ticket für die Strecke lösen. Was nicht geht, ist eine Fahrradkarte zu kaufen, aber in der Auskunft stand, dass der Zug kostenlose Fahrradstellplätze hätte. Und dann musste ich mit dem Rad von Gleis 1 zu Gleis 4 wechseln – natürlich ohne Aufzug. Das dauert dann doch eine Weile. Aber der nächste Zug ging um 13:39 Uhr und den habe ich ohne Probleme geschafft. Ein richtiges Radabteil gab es leider keines aber mit vereinten Kräften habe ich ein Plätzchen gefunden und die 45 Minuten Fahrt gingen flott vorüber.

In Bandol angekommen bin ich gleich in die Ortsmitte gefahren und habe mich erstmal noch einige Zeit an den Hafen zum Sightseeing gesetzt, bevor ich in mein heutiges Hotel gefahren bin. Hier schläft das Fahrrad mal wieder bei mir auf dem Zimmer, da es keine gesicherten Radabstellplätze gibt und das Zimmer groß genug ist.

Nun freue ich mich auf ein gutes Abendessen und bin gespannt, wie die nächsten Tage werden.

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